Ernährung
Mit Diabetes verbindet man oft eine lebenslange Diät, strengen Verzicht und strikte Enthaltsamkeit. Diese Position ist längst überholt! Freude am Essen und eine der Krankheit angemessene Ernährung sind nach neueren Erkenntnissen der Diabetes-Therapie keine Widersprüche mehr.
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FAQ
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Wie viele Kohlenhydrate sollte ein Diabetiker zu sich nehmen?
Wie viel Prozent seines täglichen Energiebedarfs sollte ein Diabetiker in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen?
Die Kohlenhydratmenge in der Diabeteskost kann 45% bis 60% der täglichen Energiezufuhr betragen. Einige Typ 2 Diabetiker können eine größere Kohlenhydratbelastung nicht gut kompensieren. Für diese Patienten ist der Versuch einer Begrenzung der Kohlenhydratzufuhr auf zirka 45% der täglichen Energie sinnvoll. Ansonsten bietet eine höhere Kohlenhydratzufuhr unter anderem auch den Vorteil der Fettbegrenzung. Unter der Voraussetzung, dass kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index und/oder hohem Ballaststoffanteil in der Kost überwiegen, ist kaum mit nachteiligen Stoffwechseleffekten bei einer Kohlenhydrataufnahme von 50-60% der Gesamtenergie bei Diabetikern zu rechnen. Häufig profitieren übergewichtige Patienten von der sättigungsfördernden Wirkung einer kohlenhydrat- und ballaststoffreichen Kost.
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Wie sollte sich eine schwangere Diabetikerin ernähren?
Ein ungeborenes Kind wird durch den Diabetes der Mutter beeinflusst. Welche Ern?hrungsregeln gibt es f?r die Mutter?
Diabetikerinnen k?nnen sich bereits vor Planung ihrer Schwangerschaft durch eine Optimierung ihrer Stoffwechselwerte auf ein gesundes Kind vorbereiten. Auch w?hrend der Schwangerschaft ist die m?glichst normnahe Blutzuckereinstellung eine wichtige Voraussetzung f?r einen komplikationslosen Verlauf der neun Schwangerschaftsmonate und die Gesundheit des erwarteten Babys. Blutzuckerwerte n?chtern von 60 bis 90 mg/dl (3,3 bis 5,0 mmol/1) und nach den Mahlzeiten von weniger als 120 mg/dl (6, 7 mmol/1) sollten vor und w?hrend der Schwangerschaft angestrebt werden. Diese Werte liegen also noch unterhalb der sonst g?ltigen Zielwerte. Deshalb ist in der Regel eine intensivierte Insulintherapie oder die Behandlung mit einer Insulinpumpe erforderlich. Eine hochwertige Ern?hrung in der Schwangerschaft ist eine weitere wichtige Voraussetzung f?r ein gesundes Kind.
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Wie sind Zuckeraustauschstoffe für Diabetiker zu werten?
Wie sieht für Diabetiker der richtige Umgang mit Zuckeraustauschstoffen aus?
Nach der Deutschen Diätverordnung können Ausstauschstoffe wie Kohlenhydrate berechnet werden. Doch darin liegt für insulinpflichtige Diabetiker bzw. Diabetiker, die mit Tabletten vom Typ der Sulfonylharnstoffe oder Glinide behandelt werden und den Kohlenhydratgehalt berücksichtigen müssen, eine große Gefahr. Werden 12 Gramm Zuckeraustauschstoff gleich 1 BE (Broteinheit) berechnet und mit der üblichen Dosis an Insulin, Sulfonylharnstoffen oder Gliniden abgedeckt, droht Unterzucker, denn die Zuckeraustauschstoffe beeinflussen den Blutzucker kaum. Wenn Sie Süßes essen wollen, empfehlen wir Ihnen normale Süßigkeiten in geringen Mengen und im Rahmen Ihrer Ernährungsempfehlung. Wenn Sie mit Insulin oder Tabletten vom Typ Sulfonylharnstoffe bzw. Glinide behandelt werden, müssen Sie natürlich den Kohlenhydratgehalt beachten.
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Wird der GI die BE in Deutschland ablösen?
Wird der Glyk?mische Index (GI) die Broteinheiten (BE) in Deutschland als die relevante Einheit f?r Diabetiker abl?sen?
So einfach stellt sich die Frage nicht. F?r Diabetiker sind beim Essen und Trinken sowohl Kohlenhydratmengen (Gramm-KH, KH-Portionen, BE, KHE) als auch die Wirkung einzelner kohlenhydrathaltiger Lebensmittel auf den Blutzucker wichtig. Ein System, das sich auf die Einordnung der Kohlenhydrate in Gramm-Mengen st?tzt, l?sst sich nicht durch ein bisher unzureichend verf?gbares System, das Blutzuckerverl?ufe beschreibt, ersetzen. Die Erkenntnisse ?ber die positiven Auswirkungen beim bevorzugten Verzehr von Lebensmitteln mit niedrigerem GI bei Typ 1 und Typ 2 Diabetikern rechtfertigen aber die Ermunterung, diese Vorteile f?r die Gesundheit zu nutzen.
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Was sind eigentlich Broteinheiten?
In Ernährungsratgebern für Diabetiker ist immer wieder auch von Broteinheiten die Rede. Was versteht man denn unter Broteinheiten (BE)?
In Deutschland berechnet man die Kohlenhydrate im Diabetesbereich in Broteinheiten/Berechnungseinheiten (BE), um die Menge der Kohlenhydrate im Essen einfacher überschauen zu können. Eine BE entspricht 10-12 Gramm Kohlenhydraten, die in einem halben Brötchen, einem Apfel oder einer mittelgroßen Kartoffel (80 Gramm) enthalten sind. Die Menge von Insulin (oder Tabletten) zur Mahlzeit richtet sich nach der Menge der Kohlenhydrate in der Mahlzeit.
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Diabetes und Übergewicht - was gilt es zu beachten?
Diabetes geht oft einher mit ?bergewicht, das erschwert die Behandlung der Krankheit. Was ist beim Zusammenspiel von Diabetes und ?bergewicht zu beachten?
Viele Menschen mit Typ 2 Diabetes haben ?bergewicht. Eine Gewichtsabnahme w?re von gro?em Vorteil, weil sich die Diabetestherapie dadurch vereinfachen w?rde. Durch die Gewichtsreduktion verbessern sich die Blutzuckerwerte, und der Blutzucker l?sst sich bei verbesserter k?rperlicher Gesundheit leichter steuern. Fast alle Studien zeigen jedoch, dass es nur 10-15 Prozent der Betroffenen gelingt, ihr Gewicht ?ber mindestens drei Jahre zu reduzieren. Studien zeigen auch, dass eine Gewichtsabnahme bei Menschen mit Diabetes noch schwieriger ist als bei Nicht-Diabetikern. Daher liegt heute der Schwerpunkt der Beratung mehr darauf, durch die Diabetestherapie m?glichst nicht zuzunehmen. Die meisten Menschen mit Typ 2 Diabetes nehmen leider zu Beginn einer medikament?sen Diabetestherapie (au?er bei Metformin) an Gewicht zu, weil bei einer verbesserten Diabetestherapie und Stoffwechsellage die Nahrung wieder besser verwertet wird.
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Diabetes und Alkohol - was muss beachtet werden?
Was muss ein Diabetiker im Zusammenhang mit Alkoholkonsum beachten?
Geringe Mengen Alkohol (etwa 1-2 Gläser) sind durchaus erlaubt. Zu beachten ist jedoch, dass Alkohol nur zusammen mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten aufgenommen werden sollte, da Alkohol die Glucosefreisetzung aus der Leber blockiert (Gefahr einer Unterzuckerung!). Bei übergewichtigen Diabetikern ist aber auch der hohe Energiegehalt zu beachten. Weiterhin fördert Alkohol die Entstehung von Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, also weiteren Risikofaktoren, die Erkrankungen der Gefäße (Mikro- und Makroangiopathien) begünstigen können.
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Sind Kohlenhydrate schlecht für Diabetiker?
Kohlenhydrate beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Sollten Diabetiker sie deshalb nach Möglichkeit meiden?
Trotz ihres Einflusses auf den Blutzuckerspiegel sollten Kohlenhydrate nicht aus dem Speiseplan des Diabetikers verschwinden. Ihr Anteil an der Gesamtaufnahme sollte genauso hoch wie beim Gesunden liegen. Es kann aber beispielsweise sinnvoll sein, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten (bis zu 6) aufzuteilen, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Kohlenhydrate werden vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen und erhöhen deshalb in ungleichem Maße die Blutzuckerwerte. Diabetiker sollten auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel zurückgreifen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Die Kohlenhydratzufuhr sollte wie beim Nicht-Diabetiker etwa 55% der Gesamtzufuhr betragen. Besonders empfehlenswert sind Vollkornprodukte, da sie stark sättigend wirken, den Blutzucker relativ langsam ansteigen lassen und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind.
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Strenge Diabetes-Kost?
Wie sollte sich ein Diabetiker ernähren?
Eine ausgewogene Ernährung ist neben der regelmäßigen Selbstkontrolle der Blutzucker- und Harnzuckerwerte, dem Führen eines Tagebuches sowie regelmäßiger körperlicher Bewegung das A und O einer erfolgreichen Diabetes-Behandlung. Die moderne Diabetes-Ernährung unterscheidet sich kaum von der Ernährung des Gesunden, d.h., dass für den Diabetiker nicht extra gekocht werden muss. Hinsichtlich der Energiezufuhr gibt es grundsätzlich keine unterschiedlichen Empfehlungen für Diabetiker und Nicht-Diabetiker. Sie sollte so hoch sein, dass ein normales Körpergewicht erreicht bzw. gehalten wird. Dies ist vor allem für den Typ 2-Diabetiker von entscheidender Bedeutung, da die Wirkung des Insulins mit steigendem Körpergewicht abnimmt. Daher führt in den meisten Fällen eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar Normalisierung der Blutzuckerwerte.
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